Wassergewinnung
Bayerns Trinkwasser kommt vorwiegend aus dem Untergrund
Etwa 92% unseres wichtigsten Lebensmittels werden aus Grundwasser gewonnen. Die einzelnen Wasserversorgungsunternehmen müssen dabei die Entnahmemengen jeweils auf den örtlichen Grundwasserhaushalt abstimmen. Dafür sorgen die Landratsämter zusammen mit den Wasserwirtschaftsämtern.
Brunnen
Am häufigsten wird das Grundwasser mittels Brunnen erfasst. Durch eine vertikale Bohrung werden die wasserführenden Schichten aufgeschlossen und bei günstigem Ergebnis das Bohrloch zum Brunnen ausgebaut.
Die am häufigsten im Brunnenbau angewandten Bohrverfahren heißen Trockenbohrverfahren und Spülbohrverfahren.
Nachstehende Abbildung zeigt die Funktionsweise eines Brunnens als Flash-Animation. Zur Anzeige ist ein Flash-PlugIn notwendig.
Nachfolgend werden die wichtigsten Fachbegriffe im Brunnenbau erläutert:
Sperrrohr: Bis auf die Tiefe der Überdeckung wird ein Sperrrohr eingebaut, welches dann die innere Schalung für die Abdichtung übernimmt.
Abdichtung: Die Abdichtung wird zwischen Sperrrohr und Bohrlochwand eingebracht und besteht aus plastischem Beton oder Ton. Sie soll das Eindringen von Verunreinigungen in den Filterkies und das Filterrohr verhindern.
Filterrohr: Um den Nachfall und das Verlegen wasserführender Schichten zu vermeiden, ist stets ein Filterrohr einzubauen, welches über eine hohe Festigkeit und einen geringen Filterwiderstand verfügen soll und keine nachteilige chemische oder toxische Beeinträchtigung des geförderten Wassers bewirken darf.
Filterkies: Der Zwischenraum zwischen dem Filterrohr bzw. dem Steigrohr und der Bohrlochwand wird mit Filterkies aufgefüllt, der das gröbere Erdmaterial zurückhalten soll.
Steigrohr: Das Druckrohr zwischen Pumpe und Brunnenoberkante wird Steigrohr genannt.
Pumpe: Die Pumpe wird im unteren Bereich des Grundwasserleiters eingebaut und muß auf die max. Entnahmemenge ausgelegt sein.
Sumpfrohr: Das Vollwandrohr unter dem Filterrohr wird Sumpfrohr genannt. Dort sollen sich eingedrungene Feinteile absetzen können.
Überdeckung: Der über dem Grundwasserleiter vorhandene Bodenabschnitt wird als Überdeckung bezeichnet. Je dichter dieser Boden ist, desto besser die Schutzwirkung. Entsprechend der Dichte und Stärke der Überdeckung wird dann die Größe des Wasserschutzgebietes bemessen.
Grundwasseroberfläche: Der im Grundwasserleiter sich einstellende zusammenhängende Wasserspiegel wird Grundwasseroberfläche genannt.
Grundwasserleiter: Im Grundwasserleiter befinden sich Hohlräume, in denen sich das Wasser sammeln und bewegen kann. Entsprechend der Bodenart unterscheidet man Poren-, Kluft- und Karst-Grundwasserleiter.
Grundwassersohle: Der Grundwasserleiter reicht nach unten bis zur Grundwasser sohle, unter der sich dann dichterer Boden befindet.
Quellen
Quellen sind der Inbegriff für reines Wasser. Sie sind die Ursprungsorte unserer Fließgewässer und unersetzlicher Lebensraum einer vielfältigen Fauna und Flora. Die älteste und für den Menschen auch heute noch bedeutendste Nutzung ist die Entnahme des Quellwassers für die Wasserversorgung. Quellen sind ein Bindeglied zwischen oberirdischen Gewässern und dem Grundwasser. Wegen ihrer Verborgenheit führen sie oft ein Schattendasein. Diesen Wasserschatz durch Vorsorge für uns und für unsere Kinder zu schützen, ist nicht nur eine Aufgabe der staatlichen Wasserwirtschaftsverwaltung, sondern geht uns alle an.
Quellarten
Je nach Austrittsart unterscheidet man im wesentlichen zwei Quellarten:
Schichtquelle
Schichtquelle im Querschnitt
- Austritt meist an mehreren Stellen
- Höhenlage des Wasserspiegels schwankt - in Abhängigkeit von den geologischen Verhältnissen - nur wenig
- Quellschüttung schwankt in Abhängigkeit von Grundwasserneubildung und Durchlässigkeit des Grundwasserleiters
- Erhöhung der Quellschüttung ist nicht möglich
Überlaufquelle
Überlaufquelle im Querschnitt
- Infolge der Ausdehnung des Einzugsgebietes und der Geländeneigung staut sich das Wasser auf
- Abfluss entgegen Bodenschichtgefälle
- Quellschüttung schwankt stark in Abhängigkeit von der Witterung
