Grundsätze und Ziele
Bayern ist mit seinen Flüssen und Seen eine der wasserreichsten Regionen der Erde. Diesen natürlichen Reichtum gilt es nachhaltig und verantwortlich zu nutzen - sowohl für uns und kommende Generationen als auch für unsere Nachbarländer und -staaten, in die das Wasser unserer Flüsse, allen voran Main und Donau, fließt.
Vor allem dem Ausbau der Kläranlagen ist es zu verdanken, dass sich die Wasserqualität unserer Flüsse und Seen in den letzten Jahrzehnten spürbar verbessert hat. Doch sauberes Wasser allein genügt nicht. Immer noch sind mehr als die Hälfte der größeren Bäche und Flüsse Bayerns naturfern ausgebaut. Unsere Lebensadern benötigen wieder mehr natürliche Dynamik und die dadurch bedingte Vielfalt der Lebensräume. Flussauen wirken zudem als natürliche Rückhalteräume und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz.
Flüsse und Seen sollen sowohl chemisch als auch ökologisch in einem guten Zustand sein. Dies ist das erklärte Ziel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die im Jahr 2000 in Kraft getreten ist und seitdem von den EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt wird. In Bewirtschaftungsplänen wird bis 2009 festgelegt werden, welche Maßnahmen notwendig sind, um den guten Zustand der Flüsse und Seen zu erreichen bzw. zu erhalten.
Aufgabe der Wasserwirtschaft ist es, die vielfältigen Nutzungen der Gewässer abzustimmen und Lösungen mit breitem Konsens zu finden. Bei der Planung von Maßnahmen - z. B. Hochwasserschutzanlagen oder Renaturierungen - hat es sich bewährt, Beteiligte und Betroffene frühzeitig zu informieren und einzubeziehen. Dies fordert die Wasserrahmenrichtlinie nun explizit: Bürger und Interessensgruppen sollen die Möglichkeit erhalten, zu den Bewirtschaftungsplänen Stellung zu nehmen und sich - soweit möglich - an der Maßnahmenplanung zu beteiligen. Neben wirtschaftlichen Aspekten sind z. B. auch die Belange des Hochwasserschutzes und Naturschutzes in der Planung zu berücksichtigen.
Nach einer aktuellen Bestandsaufnahme der bayerischen Flüsse und Seen im Jahr 2004 zeichnen sich drei Schwerpunkte für die künftige Maßnahmenplanung ab:
- Die diffusen Nährstoffeinträge, überwiegend aus landwirtschaftlichen Flächen, müssen weiter verringert werden, um der Überdüngung der Binnengewässer und Meere entgegenzuwirken.
- Die Strukturen der Flüsse müssen verbessert werden - und damit die Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie die Durchgängigkeit für Fische. Die Flüsse benötigen mehr Raum für eine natürliche Entwicklung, als Puffer gegen Stoffeinträge und zur Rückhaltung von Hochwasser.
- Verbliebene punktuelle Schadstoffbelastungen, insbesondere von prioritären Schadstoffen, sind zu reduzieren.
