Wasserwirtschaftsamt
Traunstein

Rädertiere- Rotatoria

Weitaus die meisten Arten der Rädertiere leben im Süßwasser. Sie besiedeln alle Arten von Gewässern, selbst kleinste Wasseransammlungen im Boden in Bäumen oder im Moos. Dementsprechend vielfältig ist auch ihre Nahrung, die durch rotierenden Rädern ähnliche Wimpern in den Mund gestrudelt werden.

Rädertiere sind trotz ihrer Kleinheit (40 µm bis 3 mm) keine Einzeller, sondern zellkonstante Vielzeller, d.h., daß die aus dem Ei schlüpfenden Jungtiere dieselbe Anzahl von Zellen besitzen, wie die erwachsenen Tiere. Die Anzahl der Zellen schwankt je nach Größe der Art und kann bei großen Arten bis zu 1000 betragen.

Die Vermehrung erfolgt über viele Generationen durch Jungfernzeugung (Parthenogenese). Verschiedene Umweltfaktoren können eine sexuelle Fortpflanzung auslösen. Die danach produzierten Eier können harte Schalen haben und sind resistent gegen Kälte und Austrocknung.

Gruppe der Rädertiere
Rädertiere
Stephanoceros fimbriatus
(Fransenkrone)

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  • Die "Fransenkrone" ist ein in einer Gallerthülle festsitzendes, großes Rädertier (bis 1,5 mm). Besonderes Kennzeichen dieser Art ist die fünfarmige Tentakelkrone, bei der jede Tentakel mit 19 Paar langen, nach außen gerichteten und kürzeren, nach innen gerichteten Wimpern besetzt ist.
  • Man findet dieses Rädertier auf Wasserpflanzen in nährstoffreichen Altwässern, Teichen usw.
  • Die "Fransenkrone" frisst Geißel- und Wimpertierchen, aber auch Artgenossen. Sie fängt ihre Beute mit Hilfe ihres raffinierten Reusenapparates. Berührt ein Opfer die starren Außenwimpern, werden die Fangarme plötzlich aktiv und schleudern die Beute in die Reuse.
  • Eine Besonderheit unter den Rädertieren stellt diese Art dar, da verlorene Fangarme wieder nachwachsen. Ansonsten kommt bei den Rädertieren keinerlei Reparatur verlorener Körperteile aufgrund der konstanten Zellzahl vor.
Lepadella patella
(Mützen Rädertier)

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  • Das "Mützen Rädertier" besitzt eine kleine einziehbare Kopfhaube. Der umgebende Panzer ist dorso-ventral abgeflacht, wobei der Rückenpanzer stärker gewölbt ist.
  • Die Tiere erreichen eine Größe von 90 bis 110 µm.
  • Man findet diese Tiere in allen Gewässertypen recht häufig.
  • Verschmutzung können diese Tiere bis zu einem gewissen Grade vertragen. Deshalb stehen diese Tiere für mäßig belastete Gewässer (Güteklasse II).
Rotaria sp.
(Teleskop Rädertier)

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  • Die Gattung Rotaria gab den Rädertieren ihren wissenschaftlichen Namen (Rotatoria). An sich zeichnet ein schlanker Körper und zwei Augenflecken vor dem Dorsaltaster diese Gattung aus.
  • Die verschiedenen Arten können unterschiedliche groß werden. Die Art "Rotaria neptunia" kann sich bis zu einer Länge von 1,6 mm strecken.
  • Man findet die Tiere dieser Gattung in allen Typen von Gewässern.
  • Videos:
    In Video 1 sieht man einen vollständig ausgedehnten Vertreter der Gattung Rotaria.
    Video 2 zeigt einen vollständig ausgedehnten Rotaria und ein Teleskop Rädertier, das sein Räderorgan ein gezogen hat (siehe oben links).
    Video 3 zeigt ein vollständig zusammengezogenes Rädertier. Bei genauer Betrachtung kann man noch das rote Augenpaar erkennen.
    In Video 4 sieht man das ausgefahrene Räderorganund einen arbeitenden Kaumagen.