Wasserwirtschaftsamt
Traunstein

Muscheln - Bivalvia

Muscheln sind -wie die Schnecken- eine Klasse der Weichtiere. Im Gegensatz zu den Schnecken leben die Muscheln ausschließlich im Wasser. In mitteleuropäischen Binnengewässern sind ca. 30 Arten heimisch

Gruppe der Muscheln
Familie: Unionidae - Flussmuscheln
Diese Familie beeinhaltet ausschließlich Süßwassermuscheln und ist bei uns mit nur 8 Arten vertreten.
Unio pictorum
(Malermuschel)

Bild (57 KB)

  • Bevorzugter Lebensraum dieser Muschelart sind Seen, Altwasser, Teiche und die ruhig fließenden Bereiche der Flüsse.
  • Ihr 7 bis 10 cm lange Schalen stecken gewöhnlich bis zu 1/3 im Schlamm oder Sand ihrer Wohngewässer. Wenn sie vorwärtskriechen, müssen die Muschel sich quasi durch den Untergrund pflügen.
  • Während ihrer Entwicklung benötigen die Muschellarven (Glochidien) Fische als Wirte. Dort wachsen sie in den Kiemen heran und werden schließlich abgestoßen.
  • Die erwachsene Malermuschel kann bis zu 10 Jahre alt werden.
  • Ihren Namen verdanken diese Muscheln noch der Zeit, in der Maler in den leeren Schalen ihre Farben angerührt und gemischt haben.
  • Verschmutzungen können diese Muscheln bis zu einem gewissen Grade vertragen. Deshalb stehen diese Tiere für mäßig belastete Gewässer (Güteklasse II).
Unio crassus
(Bachmuschel oder Gemeine Flussmuschel)

Bild 1 (56 KB)
Bild 2 (78 KB)
Bild 3 (68 KB)
Bild 4 (56 KB)
Bild 5 (62 KB)
Bild 6 (130 KB)
Bild 7 (205 KB)
Bild 8 (192 KB)
Bild 9 (216 KB)

  • Die Bachmuschel, auch Gemeine oder Kleine Flussmuschel genannt, ist ebenfalls ein ausgesprochener Fließwasserbewohner. Sie bevorzugt jedoch weniger stark fließende Bäche und Flüsse als die Flussperlmuschel.
  • Die Bachmuschel war eine in ganz Bayern verbreitete und sehr häufige Art. Noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie in Massen aus den Gewässern geschaufelt und an Enten verfüttert. Bis in die 50er Jahre war sie die häufigste Muschelart in Bayern.
  • Trotz ihrer etwas geringeren Ansprüche an die Wasserqualität - die von ihr bevorzugten Gewässer sind von Natur aus nährstoffreicher - liegt ihr Bestandsrückgang heute bei nahezu 100 %.
  • Die Bachmuschel ist mit 4-11 cm deutlich kleiner als die Flussperlmuschel, die bis zu 16 cm lang werden kann. Ihre Lebensdauer hängt stark von der Temperatur des Gewässers ab in dem sie lebt. Durchschnittlich liegt ihr Alter 15 bis 25 Jahren; in sehr warmen Bächen kann sie aber auch nur 10 Jahre alt werden.
  • Die Bachmuschel lebt tief in den kiesigen Bachboden gegraben und man muss schon sehr genau hinsehen, will man in der kleinen Erhebung da zwischen den Steinen, das Ende einer Muschel erkennen. Durch zwei schmale Öffnungen strudeln unermüdliche Flimmerhärchen einen zum Atmen notwendigen Wasserstrom zwischen die beiden Schalenhälften, aus dem gleichzeitig auch die Nahrung herausgefiltert wird.
Anodonta cygnea
(Große Teichmuschel)

Bild 1 (169 KB)
Bild 2 (250 KB)

  • Bei dieser Muschel handelt es sich um eine ausgeprägte Stillwasserart, die man meistens in Seen, Altwässer und Teichen findet. Sehr selten findet man Kümmerformen in den Fließgewässern.
  • Bei den 12 bis 20 cm langen Muschel (maximal bis zu 26 cm) handelt es sich um Zwitter.
  • Die Fortpflanzung erfolgt über sogenannte Glochidien (Muschellarven), die während des Winters in Brutkiemen zurückgehalten werden. Im Frühjahr werden sie dann ausgestoßen.
    Während ihrer Entwicklung benötigen die Glochidien Fische als Wirte. Teichmuschellarven können sich an zahlreichen Fischarten und an fast allen Körperteilen des Fisches entwickeln.
    Die Umwandlung vollzieht sich je nach Temperatur in 2 bis 8 Wochen, ohne das ein Wachstum stattfindet.
Anodonta anatina
(Gemeine Teichmuschel)

Bild (75 KB)

  • Die Gemeine Teichmuschel bevorzugt Flüsse mit einer ruhigen Strömung, Strombuchten, durchströmte Altwasser, Seen, aber auch Bäche mit schlammig, grobsandig, kiesigem Untergrund als Lebensraum.
  • In warmen nährstoffreichen Gewässern kann diese Art oft bis zu 15 cm Länge erreichen. Ihre Lebenserwartung in diesen Gewässern beträgt dann bis zu 5 Jahre.
  • Besiedelt die Gemeine Teichmuschel aber kältere Gewässer, so beträgt die Lebensdauer bis zu 15 Jahre.
  • Die Fortpflanzung erfolgt im Gegensatz zur Großen Teichmuschel meist getrenntgeschlechtlich; ansonsten verläuft sie aber ähnlich.
Familie: Unionidae - Flussmuscheln
Diese Familie beeinhaltet ausschließlich Süßwassermuscheln und ist bei uns mit nur 8 Arten vertreten.
Dreissena polymorpha
(Wandermuschel)

Video 1 (1,04 MB)
Video 2 (0,95 MB)

  • Die Wandermuschel, auch "Zebramuschel" genannt, erkennt man durch das dunkle Zickzackband und der stumpfen Außenkante.
  • Man findet diese Muschel hauptsächlich in Flüssen und Seen. Es befinden sich dichte Bestände in der Amper und am Ammerseeauslauf.
  • Eingeschleppt wurde diese Muschel im 19. Jahrhundert durch die Schifffahrt. Ursprünglich war diese Art in kaspischen und pontischen Flüssen beheimatet.
Familie: Sphaeriidae - Kugelmuscheln
Sphaerium sp.
(Kugelmuscheln)

Bild 1 (110 KB)
Bild 2 (107 KB)

  • Die Arten der Kugelmuscheln besitzen oft kugelige bis eiförmige Schalen, die meistens eine Länge zwischen 8 und 25 mm besitzen.
  • Der Schalenwirbel liegt bei dieser Gattung in der Mitte oder ganz kurz davor (siehe Bild 2).
  • Bei den Kugelmuscheln handelt es sich um sogenannte "Filtrierer", die sich ihre Nahrung in Form von kleinsten organischen Partikeln und Kleinlebewesen aus dem Wasser filtern.
  • Man findet die Kugelmuscheln häufig in langsam fließenden bzw. stehenden oder moorigen Gewässern. Auch im Feinsand oder Schlamm großer Fließgewässer ist die Kugelmuschel beheimatet.