Wasserwirtschaftsamt
Traunstein

Verschiedene Mehr- bzw. Vielzeller - Metazoa

Bei den Metazoas handelt es sich um vielzellige Organismen, deren einzelne Zellgruppen unterschiedliche Funktionen aufweisen (Vorteil zu den Potozoa, bei denen die Einzelzelle sämtliche lebenswichtigen Funktionen ausführen muss).

Gruppe der Mehrzeller
Ordnung: Wenigborster - Oligochaeta

Die Wenigborster gehören zum Stamm der Gliederwürmer (Annelida). Der wohl bekannteste Vertreter in dieser Ordnung ist der Regenwurm. Trotz seiner Größe von mehren Zentimetern ist er ein naher Verwandter der hier beschriebenen und deutlich kleineren Organismen.

Tubificidae
(Schlammröhrenwürmer)

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  • Besonders die Aquarienfreunde kennen und schätzen den Schlammröhrenwurm als leicht zu beschaffendes Lebendfuttermittel für ihre Zierfische.
  • Doch in freier Natur findet man diesen Gewässerbewohner meistens im Schlamm oder Sand stehender oder langsamfließender stark belasteter Gewässer aller Art.
  • Der Wurm wohnt in senkrechten, mit Schleim ausgekitteten Röhren. Das Vorderende steckt in der Röhre, während das Hinterende herausragt und mit ständigen Pendelbewegungen Atemwasser herbeistrudelt.
  • Mit Hilfe seines hämoglobinhaltigen Blutes ist der Wurm in Lage auch sehr stark verschmutzte Gewässer zu bewohnen. Dort können mitunter faustgroße Wurmballen mit Tausenden von Tieren beobachtet werden.
  • Aufgrund dieses Verhalten wurden die Schlammröhrenwürmer als Indikator für die Güteklasse III-IV eingestuft.
Nais sp.
(Wassernymphe)

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  • Häufig findet man diese Tiere in verdreckten, stehenden und schlammigen Gräben, Bächen und anderen langsam fließenden Gewässern. Bevorzugter Aufenthaltsort sind dort Wasserpflanzen und Schlamm.
  • Die Nahrung besteht überwiegend aus Algen.
  • Im Saprobiensystem wurde die Wassernymphe in die Güteklasse II-III (kritisch belastet) eingestuft.
Stamm: Bärtierchen - Tardigrada

Sie haben lange geheimnisvolle Namen wie "Echiniscoides sigismundi" oder "Macrobiotus hufelandi". Sie leben in der Umgebung des Menschen, in Dachrinnen oder auf Pflanzen und sind auf der ganzen Welt zu Hause. Dennoch kennt sie kaum jemand, denn sie sind nur Bruchteile von Millimetern groß: die Bärtierchen oder Tardigraden, so ihr wissenschaftlicher Name.

Tardigrada
(Bärtierchen)

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  • Bärtierchen sind eine Welt für sich. Wer sie noch nie gesehen hat und erstmals unter dem Mikroskop entdeckt, wird über die Ähnlichkeit mit ihren großen Namensvettern aus dem Wirbeltierreich überrascht sein.
  • Von ihrer tapsigen, behäbigen Fortbewegungsart haben sie auch ihren wissentschaftlichen Namen, denn tardigradus bedeutet langsam gehend.
  • Bärtierchen sind vor allem Süßwasserbewohner. Bisher kennt man ca. 180 Arten, von denen die größten Arten bis zu 1 mm groß werden; durchschnittlich beträgt die Größe 0,25 bis 0,5 mm.
  • Bärtierchen besitzen einen mit 2 scharfen Stiletten bewehrten Saugmund, mit dem sie Pflanzenteile, seltener kleine Tiere wie z.B. Rädertiere oder Fadenwürmer, anstechen und aussaugen.
  • Bärtierchen sind extreme Überlebenskünstler. Bei verschiedensten Umweltbedingungen können die Tiere ins sogenannte "Tönnchenstadium" verfallen (alle Lebensprozesse laufen auf "Sparflamme").
    Manche Arten überstehen so einen 20 monatigen Aufenthalt in flüssiger Luft bei -200°C. Andere wiederum überleben so eine 6 jährige Trockenstarre bei 15°C. Ebenso überleben einige Arten einen 6 stündigen Aufenthalt in 65°C warmen Wasser.
    Erstaunlich ist auch ihre Wiederstandsfähigkeit gegenüber ionisierter Strahlung; während die tödliche Dosis beim Menschen etwa bei 5 Sievert liegt, beträgt sie bei den Bärtierchen etwa 5700 Sievert.
Ordnung: Saugwürmer - Trematoda

Die Saugwürmer bilden zusammen mit den Strudelwürmern und Bandwürmern den Stamm der Plattwürmer.

Zerkarien
(Gabelschwanzlarven)

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  • Hautausschläge bei Badenden:
    Häufig handelt es sich hierbei um die Entenbilharziose, im Volksmund auch als "Weiherhibbel" bekannt, die durch Zerkarien von Trichobilharzia szidati verursacht wird.
  • Der normale Entwicklungszyklus findet zwischen Enten als Endwirt und Schlammschnecken als Zwischenwirt statt. Die Eier der geschlechtsreifen Saugwürmer im Entendarm gelangen mit dem Kot ins Wasser und infizieren die Schnecken über ein Wimpernlarvenstadium.
  • In der Schnecke entwickeln sich dann Zehntausende von Gabelschwanzlarven (Zerkarien), die wiederum ins Wasser abgegeben werden und Enten infizieren. Aber auch in die Haut des Menschen als Fehlwirt bohren sich die Zerkarien ein und sterben dort ab.
  • Bei sensibilisierten Menschen kommt es zu einem stark juckenden Hautausschlag, der 14 Tage dauern kann. Besonders unangenehm ist es, wenn es zu einem temperatur- und witterungsabhängigen synchronen Zerkarienausstoß kommt. Dies kann der Fall sein, wenn auf einige kühlere Tage mit bedecktem Himmel ein Schönwettertag folgt. Schwimmer und vor allem spielende Kinder in Flachzonenbereichen können dann von Hunderten von Gabelschwanzlarven befallen werden.
  • Da die Larven nur etwa drei Tage im Wasser überleben können, ist in kurzzeitigen Badeverboten kurzfristig die beste Abhilfemaßnahme zu sehen. Längerfristig ist ein Fütterungsverbot für Wassergeflügel hilfreich.