Wasserwirtschaftsamt
Traunstein

Krebstiere - Crustacea

Ordnung: Zehnfüßige Flusskrebse - Decapoda
In unseren Gewässern finden wir drei heimische Krebsarten; Edel-, Stein- und Dohlenkrebs. Durch das Auftreten der Krebspest sind doch die Bestände stark gefährdet.

Wie der deutsche Name schon andeutet handelt es sich bei dieser Pilzerkrankung um eine äußerst gefährliche Seuche. Die europäischen Krebsarten sind für diese Infektion hoch empfänglich und die Krankheit verläuft rasch und mit hoher Mortalität bis zu Totalausfällen ganzer Populationen.

Vermutlich wurde dieser Erreger mit infizierten, nordamerikanischen Krebsen in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt, wo er sich, ausgehend von der Lombardei (Norditalien) über ganz Europa bis weit nach Rußland hinein ausbreiten konnte. Seit diesem Zeitpunkt treten bis heute immer wieder Massensterben auf, deren Ursache meist die Krebspest ist.

Amerikanische Krebsarten sind gegen diese Krankheit widerstandsfähiger. Sie tragen daher zur Verbreitung der Krebspest bei. Der Pilz wird in ihrem Körper eingekapselt und kann nicht ungehindert wachsen. Erst wenn bei der Häutung oder durch mechanische Einwirkungen der Panzer zerreist können Sporen ins Wasser gelangen und neue Infektionen hervorrufen. Man kann also mit völlig gesund erscheinenden Tieren diese Seuche übertragen.
Aber nicht nur mit lebenden Krebsen ist eine Übertragung möglich. Auch mit anderen Wasserlebewesen wie Schnecken, Muscheln, Fischen aber auch Wasserpflanzen und dem Wasser selbst sowie mit feuchten Netzen und Behältnissen, selbst mit feuchter Badekleidung können die Sporen transportiert werden.

Gruppe der Krebstiere
Ordnung: Zehnfüßige Flusskrebse - Decapoda
Pacifastacus leniusculus
(Signalkrebs)

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  • Der Signalkrebs stammt ursprünglich aus dem Westen Nordamerikas und wurde bei uns in der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts eingebürgert.
  • Er ist ein großwüchsiger Krebs der unserem Edelkrebs im Körperbau ähnelt. Sein massiger Körper ist nicht bedornt. Auch die Scheren sind glatt. Die Farbe ist normalerweise ein helles Braun.
  • Die Scheren des Signalkrebses sind breit und groß (besonders bei den Männchen). Die Unterseite der Scheren ist wie beim Edelkrebs leuchtend rot gefärbt, an der Oberseite sind aber die auffallenden weißlich hellblauen Signalflecken an den Scherengelenken nicht zu übersehen.
  • Männliche Signalkrebse können über 15 cm Körperlänge und mehr als 200 Gramm Gewicht erreichen. Die Weibchen bleiben deutlich kleiner.
  • Die Signalkrebse sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv, aber fallweise (z.B. bei Nahrungsmangel) auch tagsüber.
  • Er lebt hier bei uns in Gewässern, die früher vom Edelkrebs besiedelt wurden (ähnliche Ansprüche wie dieser, lebt in Fließ- und Stillgewässern). Der Signalkrebs gräbt sich Wohnhöhlen. Diese werden in den Uferböschungen angelegt oder aber unter Steinen und Wurzeln. Größere Exemplare gehen in großen Gewässern oft ins Tiefenwasser und verbringen dort den Tag, ohne einen Unterschlupf aufzusuchen.
  • Die Signalkrebse besitzen eine höhere Toleranz gegenüber chemischer und organischer Verschmutzung der Gewässer als unsere heimischen Krebse.
Ordnung: Flohkrebse - Amphipoda
Gammarus sp.
(Flohkrebs)

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  • Bei den Flohkrebsen (Amphipoda) sind die drei Arten Gammarus pulex (Gewöhnlicher Flohkrebs), Gammarus fossarum (Bachflohkrebs) und Gammarus roeseli (Flussflohkrebs) dominant. Erst in letzter Zeit verbreiten sich weitere Arten über die Donau Richtung Niederbayern.
  • Die Flohkrebse findet man in fast allen stehenden und fließenden Gewässern. Gegenüber organischer Verschmutzung besitzen sie eine gewisse Toleranz, die bei den einzelnen Arten unterschiedlich ausgeprägt ist.
  • Empfindlich gestört in ihrem Wachstum, Fortpflanzung und Vorkommen werden die Flohkrebse anscheinend durch Pflanzenschutzmittel. So findet man besonders in den Hopfenanbaugebieten Gewässer, in denen keine Flohkrebse leben bzw. sehr selten sind.
  • Videos:
    Auf den Videos zwei bis fünf kann man den Flussflohkrebs (Gammarus roeseli) sehen. Deutlich ist diese Art an den Zacken auf dem hinteren Teil des Rückens zu erkennen (siehe Bild 2 - Pfeile).