Wasserwirtschaftsamt
Traunstein

Grünalgen - Chlorophyta

Die Grünalgen scheinen den übrigen grünen Pflanzen näher zu stehen als den anderen Abteilungen der Algen. Beide Gruppen besitzen die gleichen Photosynthesepigmente (Chlorophyll a und b), den gleichen Satz an Carotinoiden (alpha-, beta- und gamma-Carotin, Lutein, Zeaxanthin, Violaxanthin u.a.), den gleichen Reservestoff (Stärke) und die gleiche Gerüstsubstanz der Zellwand: Cellulose.

Gruppe der Grünalgen
Ordnung: Grünmonaden - Volvocales

Die Volvocales enthalten einzellige und koloniebildende Arten. In der Regel sind die Zellen begeisselt. Einige Arten können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen zeitweilig in ein unbegeisseltes "Palmella"-Stadium übergehen. Die Zellen der Volvocales sind meist von einer mehrschichtigen, protein- und kohlenhydrathaltigen Wand umgeben.

Volvox sp.
(Wimperkugel)

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  • Die Wimperkugeln bestehen aus bis zu 20 000 Einzelzellen, die zusammen eine gallertige Kolonie bilden. Die Einzellzellen sind durch Plasmabrücken untereinander verbunden.
  • Die größten Wimperkugeln erreichen einen Durchmesser von bis zu 2 mm, wobei jede Einzelzelle nur eine Größe von 4 bis 8 µm erreicht.
  • Bevorzugter Lebensraum dieser Organismen sind stehende, eutrophierte (nährstoffreiche) Gewässer.
Ordnung: Faden Jochalgen - Zygnematales

Zygnematales, auch Konjugaten genannt, sind durch eine Variante ihres Fortpflanzungsverhaltens, die Konjugation, gekennzeichnet. Nie werden begeißelte Gameten gebildet. Die Protoplasten der Konjugationspartner nehmen vorübergehend amöboide Gestalt an. Die aus der Gametenverschmelzung (Fusion) hervorgehende Zygote umgibt sich mit einer dicken Wand und ist in der Regel als ein Dauerstadium anzusehen. Nach langer Reifezeit, oft im Jahreszyklus, werden haploide Zellen entlassen, aus denen sich, je nach Art, einzellige oder fädige Gametophyten entwickeln.

Spirogyra sp.
(Schraubenalge)

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  • In Mitteleuropa gibt es ca. 120 verschiedene Arten von Schraubenalgen. Diese Gattung (gehört zur Familie der Zygnemataceae) bildet in freier Natur dichte, hellgrüne, glitschige Watten aus unverzweigten Zellfäden.
  • In den zylindrischen Zellen befinden sich bandförmige Chloroplasten, die gegen den Uhrzeigersinn spiralig gewunden sind.
  • Die hellgrünen und unterschiedlich langen (bis zu mehre-ren Dezimeter) Zellfäden findet man häufig in Tümpeln, Gräben, Altwässern, Teichen, Seen und ruhigen Zonen der Fließgewässer. Dort kann es dann in den Sommermonaten häufig zu Massenentwicklungen kommen.
  • Im Herbst findet dann meistens die geschlechtliche Fortpflanzung statt, wobei sich zwei Fäden paarweise nebeneinander legen und über Plasmabrücken miteinander verschmelzen (Siehe Bild). Am Ende entsteht in der "weiblichen Partnerzelle" eine Zygote, die im nächsten Jahr wieder zu einem Faden auskeimt.
Zygnema sp.
(Sternalge)

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  • In Mitteleuropa gibt es ca. 50 verschiedene Arten von Sternalgen. Diese Gattung bildet wie auch die Gattung Spirogyra in freier Natur dichte, hellgrüne, glitschige Watten aus unverzweigten Zellfäden.
  • In den zylindrischen Zellen befinden sich zwei morgensternartige Chloroplasten mit je 1 Pyrenoid.
  • Lebensraum und -weise, sowie die Fortpflanzung dieser Gattung ähnelt denen der Schraubenalgen.
Ordnung: Kokkale Grünalgen - Chlorococcales

Die Chlorococcales sind dadurch charakterisiert, daß sie üblicherweise unbegeisselt sind und feste Zellwände besitzen. In diesem Zustand fehlen dann auch pulsierende Vakuolen und Stigmen. Gameten und Zoosporen haben allerdings Geisseln und gleichen den reproduktiven Stadien der Volvocales. Manche Arten (so z. B. Eremosphaera) bilden keine Zoosporen, sondern innerhalb der Mutterzellwand Tochterzellen, die der Mutterzelle gleichen (Autosporen).

Die Zellwand der Chlorococcales besteht meist aus einem Cellulosegerüst, in das vielfach andere Moleküle eingelagert sind. Bei vielen Arten ist sie mehrschichtig, so besteht z.B. eine der Schichten der Chlorella- und Scenedesmuswand aus Polymeren aus ungesättigten Kohlenwasserstoffketten, die sich aus der Fettsäurebiosynthese herleiten lassen. Oft sind den Wänden strukturbildende Substanzen aufgelagert.

Pediastrum boryanum
(Warziges Zackenrädchen)

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  • Diese Grünalge bildet runde, flache Kolonien, die zu einer lückenlosen Scheibe vereinigt sind. Die Kolonie besteht nur aus einer Zellschicht, die meist aus 16 oder 32 (selten 64 oder 128) Einzelzellen besteht.
  • Die Randzellen tragen meist 2 vorstehende Hörner; die inneren Zellen sind vieleckig und haben keine Hörner. Die Färbung der Zellen ist grünlich, und sie können bis zu 40 µm groß werden.
  • Man findet diese Grünalge oft im Plankton und auf Steinen und Planzen in Teichen und Seen. Auch ruhige Zonen der Fließgewässer besiedelt diese Art.
  • Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung zerfällt eine Einzelzelle in 16 Tochterzellen, die in einer gallertigen Blase aus der Mutterzelle entlassen werden. In der Blase ordnen sich die Tochterzellen zu einer neuen Kolonie.
Pediastrum duplex
(Durchbrochenes Zackenrädchen)

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  • Diese Grünalge bildet runde, flache Kolonien, die zu einer lückenhaften Scheibe vereinigt sind. Die Kolonie besteht nur aus einer Zellschicht, die meist aus 8 oder 16 (selten 32) Einzelzellen besteht.
  • Die Randzellen tragen meist 2 vorstehende Hörner und sind nur an der Basis miteinander verwachsen; die inneren Zellen weisen große, für diese Art typische, Zwischenräume auf. Die Färbung der Zellen ist grünlich, und sie können eine Größe von 4 bis 80 µm erreichen. Die Größe der gesamten Kolonie beträgt zwischen 30 und 300 µm.