Grundwassergefährdung
Wenn wir die Fähigkeiten der Natur überfordern
Beschaffenheit und Menge des Grundwassers sind Geschenke der Natur und ihrer stabilisierenden Fähigkeiten: Intakte Gesteins- und Bodenschichten über dem Grundwasser können es weitgehend vor Verunreinigungen schützen. Und die Grundwasserneubildung steht mit dem unterirdischen Abstrom in einem langfristigen, dynamischen Gleichgewicht.
Wo wir Menschen leben und handeln, greifen wir immer wieder in diese Verhältnisse ein: Wir graben die Schutzschichten auf, wir verwenden wassergefährdende Substanzen. Und wir entnehmen Grundwasser, sei es zum Trinken oder nur, um es bei Tiefbaumaßnahmen loszuwerden.
Damit schaffen wir auch Gefährdungsrisiken:
- Örtlich schwindet die natürliche Schutzfähigkeit, oder sie wird durch gefährliche Stoffe schlicht überfordert. An Baustellen und beim Rohstoffabbau kann sogar beides zusammen passieren.
- Flächenhaft sickern mit den Niederschlägen auch Dünge- und Pflanzenschutzmittel durch den Boden ins Grundwasser.
- Übersteigen Grundwasserentnahmen den Rahmen der natürlichen Dynamik, so sinkt der Grundwasserspiegel weiträumig, mit der Folge ökologischer Veränderungen.
Fast alle Gefahren für unser Grundwasser resultieren aus einer Verletzung der Schutzschicht und/oder einer Überforderung seiner natürlichen Reinigungskraft durch punktuelle und flächenhafte Verschmutzungen. (Illustration von Johannes-Christian Rost, Stuttgart
)
