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- 11.12.2008
Hochwasserschutz Traunstein geht weiter
Am Donnerstag übergab der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein Günter Hopf die Antragsunterlagen für die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Traun im Süden Traunsteins an Landrat Hermann Steinmaßl. „Mit diesen Maßnahmen schützen wir die südlichen Stadtbereiche Seiboldsdorf, Haslacher Mühle, Daxerau, das Gewerbegebiet Mühlwiesen und den Bereich Schwimmbad vor einer Jahrhundertflut der Traun“, so Hopf.
Leitender Baudirektor Günter Hopf, Landrat Hermann Steinmaßl und Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei der Übergabe der Antragsunterlagen
Gleichzeitig wird damit der Schlussstein für die vorangegangenen Maßnahmen gesetzt, denn bisher kann die Traun bei sehr großen Hochwässern immer noch über den Stadtbach in die Untere Stadt eindringen.“ Ganz besonders konnte sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke darüber freuen, dass ein umfassender Hochwasserschutz für die Stadt Traunstein Schritt für Schritt verwirklicht wird. Kösterke und Hopf betonten die stets ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wasserwirtschaftsamt, was bei einem solchen Großprojekt von ganz entscheidender Bedeutung sei.
Landrat Hermann Steinmaßl nahm stellvertretend für seine Mitarbeiter die Antragsunterlagen entgegen und wünschte, dass das Genehmigungsverfahren im Interesse aller Traunsteiner zügig und ohne größere Probleme durchgeführt werden kann.
Abteilungsleiter Korbinian Stettwieser und Sachgebietsleiter Hans Semmler, beide vom Wasserwirtschaftsamt erläuterten zusammen mit Bernhard Unterreitmeier vom planenden Ingenieurbüro AquaSoli die Hochwasserschutzmaßnahmen im Detail. Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen ist der Abriss des Traunsteiner Wehres und der Umbau in eine Sohlrampe. Insgesamt wird die Traun vom Traunsteiner Wehr bis Seiboldsdorf zwischen 0,70 m und 1,50 m tiefer gelegt. Westlich der Traun entstehen zwischen Seiboldsdorfer Wehr und Haslacher Mühle sowie im Bereich des heutigen Traunsteiner Wehres Deiche und Mauern. Durch die Tieferlegung der Traun sind östlich des Flusses nur geringfügige Geländeanpassungen für den Hochwasserschutz erforderlich.
Wichtig bei dem Vorhaben ist auch, dass durch mehrere kleinere Querdeiche östlich der Bundesstraße 306 Rückhalteräume für das Hochwasser geschaffen werden, die durch die Baumaßnahmen an anderer Stelle verloren gehen. Außerdem sind viele Maßnahmen vorgesehen, die Eingriffe in die Natur wieder ausgleichen. Beispielsweise wurde in Übereinstimmung mit den Kraftwerksbetreibern am Mühlbach eine Restwassermenge am Seiboldsdorfer Wehr von 1 m³/s festgelegt. Das heißt, diese Wassermenge wird in der Traun künftig auch in Trockenzeiten zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang betonte das Wasserwirtschaftsamt die bisherige sehr gute und kooperative Zusammenarbeit mit den Triebwerksbetreibern.
Herbert Jäger, Sachgebietsleiter für Wasserrecht am Landratsamt, erläuterte, zunächst würden nun die Unterlagen gesichtet und dann etwa Anfang Februar öffentlich ausgelegt. Dann haben die betroffenen Bürger die Gelegenheit, sich zu dem Vorhaben zu äußern. Wann mit der Planfeststellung zu rechnen ist, lässt sich laut Jäger noch nicht voraussagen. Mit einem halben Jahr Genehmigungsphase muss aber schon gerechnet werden. Von Seiten der Stadt und des Wasserwirtschaftsamtes ist vorgesehen, vor der öffentlichen Auslegung Ende Januar eine Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasserschutz Traunstein Süd durchzuführen. Dann können sich alle interessierten Bürger über die Planung informieren. Ort und genauer Zeitpunkt der Veranstaltung werden rechtzeitig vorher in der Presse bekanntgegeben.
